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Anordnungen zu Lebzeiten

Die Aufforderung, die persönlichen Verhältnisse in gesunden Tagen zu ordnen, gilt nicht nur für Leute im Ruhestand. Sie ist jedoch für Pensionierte besonders wichtig, kann sie doch den Angehörigen in einer schwierigen Zeit vieles erleichtern.

Da kein Mensch weiss, wie alt er wird, sollte die Regelung des Nachlasses nicht aufge­schoben werden, sei es durch spezielle Anordnungen, die Abfassung eines Testamen­tes oder den Abschluss eines Ehevertrages. Die Erteilung der nötigen Vollmachten ist eine ebenso wichtige Angelegenheit.

Die Patientenverfügung

In der Patientenverfügung kann für den Fall der Urteilsunfähigkeit verbindlich festgelegt werden, wie weit man die mdeizinischen Mög­lichkeiten für sich in Anspruch nehmen will.

Mit der Patientenverfügung gibt man den Ärzten bekannt, ob alle lebensverlängernden Methoden angewendet werden sollen (Apparate und Schläuche) oder ob man nur möglichst schmerzlos sterben will, falls keine Lebensqualität mehr gegeben ist. Auch andere Ansprüche an Ärzte und Pflegende können hier verbindliche festgehalten werden. Die Patientenverfügung sollte auch klare Aussagen machen, wie man sich zur  künstlichen Ernährung, Organspende und Obduktion stellt.

Verschiedene Institutionen bieten entsprechende Formulare an, einige relativ kurz, andere ausführlicher gehalten. Hier einige Hinweise, wo man solche Formulare beziehen kann:

Eine Broschüre mit kurz gefasster Patientenverfügung kann für Fr. 10.- bei der
Schweiz. Patienten- und Versicherten-Organistion SPO bestellt werden. Die Adressen oder eine direkte Bestellung unter  >> www.spo.ch

Pro Senectute biete eine kurz gefasste Patientenverfügung an, welche über das Internet unter www.ar.pro-senectute.ch gratis heruntergeladen werden kann.

Dialog Ethik bietet ein ausführliche Patientenverfügung zum Preis von Fr. 12.- an. Diese kann aber auch als pdf-Dokument über das Internet gratis heruntergeladen werden.       >>>  www.dialog-ethik.ch

Wichtige Weisungen an die Angehörigen

Familienangehörige sollten ihre Ansprüche bezüglich des gewünschten Spitals, Pflegeheims und Sterbeortes kennen. Ebenso sollte die gewünschte Bestattungsart schriftlich festgehalten werden. Äussern Sie sich auch, ob im Pflegefall ein religiöser Beistand gewünscht wird, bzw. ob eine religiöse Abdankung stattfinden soll. Falls Sie Schutzbefohlene haben, verfügen Sie, was mit diesen geschehen soll. Das trifft auch für ihre Haustiere zu.

Halten Sie diese und allenfalls weitere Angaben und Wünsche schriftlich fest. Geben Sie den nächsten Angehörigen auch bekannt, was Sie wo aufbewahren.

In der ausführlichen Patientenverfügung von Dialog Ethik (siehe oben unter Patientenverfügung) werden die meisten dieser Fragen bereits gestellt. Wenn Sie alle beantworten, gibt es nicht mehr viel zusätzliches anzuordnen.

Das Testament

Eine letztwillige Verfügung ist gemäss unserer Gesetzgebung auf zwei Arten möglich:

-   durch eigenhändige Erklärung

-   oder durch öffentliche Beurkundung

Die eigenständige, letztwillige Verfügung  (ZGB Art. 505)

Sie ist von der verfügenden Person von Anfang bis Ende mit Einschluss von Ort, Jahr, Monat und Tag der Erstellung von Hand niederzuschreiben sowie mit ihrer Unterschrift zu versehen.

Die öffentliche, letztwillige Verfügung  (ZGB Art. 499)

erfolgt unter Mitwirkung von zwei Zeugen vor dem Gemeindevertreter, Notar oder einer andern Urkundsperson, die nach kantonalem Recht mit diesen Geschäften betraut ist.

Die letztwillige Verfügung soll an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Vorsichtshalber empfehlen wir, die Aufbewahrung von Testamenten bei den zuständigen Behörden der kantonalen Stellen vorzunehmen.

Der Ehevertrag

Mit einem Ehevertrag kann der/die überlebende Ehepartner/-in meistbegünstigt werden. Der Ehevertrag muss von einem/einer Notar/-in oder einer Urkundsperson nach kantonalem Recht abgeschlossen werden.

Literaturhinweis

Viel Wissenswertes über Erbrecht und Güterrecht finden Sie in den folgenden gut verständlichen Ratgebern:

  -  «Testament, Erbschaft »  vom Beobachter-Buchverlag

  -  «Erben und Vererben»   vom K-Tipp-Verlag

Vollmachten für Bank- und Postkonti, Wertschriftendepots usw.

Wer Konten, welcher Art auch immer oder ein Wertschriftendepot besitzt, kann einer oder mehreren bevollmächtigten Personen das Recht erteilen, über das Guthaben jederzeit zu verfügen. Dazu muss bei einer Bank oder Sparkasse zu Lebzeiten eine Vollmacht hinterlegt werden, welche über den Todesfall hinaus gültig ist.

Ist keine Vollmacht hinterlegt, können für die Hinterbliebenen Unannehmlichkeiten entstehen, da bis zur Aufhebung der Sperrverfügungen keine Geldrückzüge getätigt werden können, was längere Zeit dauern kann. Zu beachten ist, dass auch eine Vollmacht die über den Tod des Vollmachtgebers hinaus gültig ist, den Bevollmächtigten kein unbeschränktes Verfügungsrecht über das Kontoguthaben gibt. Zum Teil wird den Hinterbliebenen der Geldbezug nur soweit gestattet, als die Mittel für den laufenden Lebensunterhalt und die mit dem Todesfall verbundenen Kosten benötigt werden. Einzelheiten sind bei den in Frage kommenden Banken oder Geldinstitutionen zu erfragen.

Für das „Gelbe Konto“ (ehemaliges Postcheckkonto) sowie alle übrigen Guthaben bei PostFinance können Kontoinhaber Vollmachten mit der Unterschriftenkarte bei PostFinance erteilen. Im Todesfall des Kontoinhabers gelten auch hier restriktive Bedingungen.

Für das „Gelbe Deposito-Konto Personalkasse SBB“ können Kontoinhaber Vollmachten mit der Unterschriftenkarte bei der PostFinance erteilen. Im Todesfall eines Kontoinhabers gilt folgendes Vorgehen. Guthaben bis CHF 5000.00 können durch die Berechtigten auf der Unterschriftenkarte bezogen werden. Für Guthaben grösser als CHF 5'000.00 verlangt PostFinance eine Erbgangsbescheinigung.

Unterschriftenkarten sind ausschliesslich beim Kundenbetreuer (Telefon und Name stehen oben links auf den Schreiben der PostFinance) anzufordern.

   

   

 

 

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