PV  ZENTRALVORSTANDS-SITZUNG
21. / 22. Oktober  2010  in Brenscino

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Bildungsveranstaltung  ►►►   als PDF-DATEI  

  

Donnerstag und Freitag, 21./22. Oktober versammelten sich rund 70 Kollegen und Kolleginnen des PV im Hotel Brenscino zur Sitzung des Zentralvorstandes mit vor-angehender Bildungsveranstaltung mit Peter Bodenmann. Parallel dazu trafen sich die Sektionskassiere zu einer Weiterbildung in der Kassenführung, veranstaltet von unserem Zentalkassier Egon Minikus.

Bildungsveranstaltung     

Peter Bodenmann, ehemaliger Nationalrat, langjähriger Präsident der SP Schweiz und Staatsrat im Kanton Wallis referierte zum Thema „ Die Zukunft der Eisen-bahnen für die Schweiz und den Tourismus“ In seinem hoch interessanten Vortrag skizzierte er die politische Vorarbeit, welche den Durchstich der Alpen am Lötsch-berg und am Gotthard schliesslich möglich machte. Er beschrieb auch den Weg der Finanzierung dieser Jahrhundertwerke. Die Schwerverkehrsabgabe ist nicht nur Voraussetzung für die Verwirklichung und den Betrieb der Tunnel, sondern sie dient vor allem dem Zweck, den Transit-Lastwagenverkehr auf die Schiene zu bringen. Sie hat Modellcharakter für die Verlagerungspolitik Europas, welches langsam aber stetig  auf diese Lösung einschwenkt.

Bodenmann entwickelte auch Visionen über die künftige Bewältigung des Verkehrs und die Entwicklung des Tourismus. Wegen dem ungebrochenen Trend zu mehr Mobilität und der voraussehbaren Bevölkerungszunahme wird der Verkehr stetig zunehmen. Arbeits- und Wohnort liegen häufig mehr oder weniger weit auseinan-der, denn der Schweizer wechselt in der Regel seinen Wohnsitz nicht, bleibt mit diesem verhaftet. Die Bahnen können den Mehrverkehr nur aufnehmen, wenn es zu einer Harmonisierung der Geschwindigkeiten auf der Schiene kommt. Langsame Güterzüge und schnelle Personenzüge auf der gleichen Strecke, das geht nicht. Allgemein höhere Geschwindigkeiten und wohl auch eine Schnellfahrstrecke Bern-Zürich werden in Zukunft nötig sein. Zudem wird der Anspruch auf Komfort beim Reisen zunehmen.

Der Referent skizzierte auch die künftige Entwicklung beim Strassenverkehr. Der Trend geht klar in Richtung Elektroauto. Dieses verbraucht nur noch einen Bruchteil der Energie, welche ein herkömmlicher Automotor benötigt und minmiert die Schä-digung der Umwelt.  Eng damit zusammen hängt die Entwicklung bei der Stromer-zeugung. Der Referent stellt eine ungeahnte Beschleunigung in der Entwicklung der Wind- und Solartechnik fest. Die Herstellung von Strom auf diese Weise lohnt sich heute auch bereits wirtschaftlich. Allerdings fehlen in der Schweiz die nötigen Flächen zu Aufstellen von Solarzellen, es sei denn man ändere die Bauvorschriften und verwende auch geeignete Hänge dazu. Das Aufstellen von Solarfabriken in der Wüste wäre machbar, der Transport des Stroms über weite Strecken dank neue-ster Technik mit geringen Verlusten möglich. Dieser Variante stehen aber die Zwei-fel an der politischen Zuverlässigkeit gewisser Staaten, durch welche die Leitungen führen, im Wege.

Laut Hotelier Bodenmann sind auch beim Tourismus kreative Ideen gefordert. Er bemängelt, dass vor allem im Winter die Anlagen nur für kurze Zeit genutzt werden. Hier wäre bei der Preispolitik der Wintersportbetriebe anzusetzen. Zu viele Familien können sich heute Skiferien schlicht nicht leisten. Durch Preissenkungen ausserhalb der Hochsaison könnten bei fast gleich bleibenden Fixkosten neue Kunden ange-zogen werden.  Er selber beherbergt nicht nur seine Gäste, sondern bietet diesen ab Brig regelmässig auch Bahnfahrten an.

Bei den Sozialwerken sieht Bodenmann inskünftig eine Stärkung der AHV. Das Um-lageverfahren hat sich bewährt und gibt Spekulanten keinen Raum für Gewinnopti-mierung. Die Schweiz sei nach wie vor ein reiches Land, das Vermögen übersteige bei weitem die Schulden.

Bodenmann skizzierte auch die Entwicklung beim Bankgeheimnis. Hier hatte die Schweiz die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Statt rechtzeitig eine Vorreiterrolle für saubere Bankgeschäfte zu übernehmen und zu punkten, hat sie nun unter Druck an-derer Länder zurückbuchstabieren müssen. Die Politiker, welche stur das Bank-geheimnis verteidigt hatten,  werden sich nun wortreich verbiegen müssen. Die Mahner in der Vergangenheit – zu denen auch Bodenmann gehörte, waren zu lange ignoriert worden.

Sitzung des Zentralvorstandes

ZP Ricardo Loretan konnte nebst den Mitgliedern des Zentralvorstandes auch zahlreiche weitere Vertreter der Sektionen begrüssen. Erstmals dabei war auch Barbara Kern, die neue Präsidentin der Sektion Neuchâtel, welche Jean Senn ablöst. Sie wird herzlich willkommen geheissen.

Zu den wichtigen Themen der Sitzung zählte wiederum die Ausfinanzierung der Pensionskasse SBB. Der ZP fasste zusammen, was bisher unternommen wurde und was weiterhin geplant ist. Das Lobbying bei den Parlamentsmitgliedern hat im Moment Vorrang.

Hier wurden bereits viele Anstrengungen unternommen.  Auch Mitglieder des PV haben Parlamentarier direkt angesprochen, was speziell verdankt wird. Es stellte sich heraus, dass Politiker/innen der „Linken“ beim Lobbying etwas vernachlässigt worden sind. Hier davon auszugehen, dass sowieso alle für uns stimmen werden bzw. bei der Abstimmung dann auch anwesend sind,  reicht nicht. Hier besteht Nachholbedarf an Information. Für das künftige Lobbying ist das Mitmachen von weiteren Freiwilligen aus der Mitgliedschaft nötig.  Kritisiert wurde, dass das ange-strebte Ziel, vom Bund 1,148 Mia Franken zu bekommen, zu tief greift. Nötig wäre ein Betrag 3,4 Mia, um die PK SBB nachhaltig sanieren zu können.

Ein weiteres Hauptthema war wiederum der FVP.  Mit der massiven Verschlech-terung kann man sich nicht abfinden. Dass die Steuerverwaltung an der Preis-erhöhung schuld sei, wird trotz ständiger Wiederholung, unlängst wieder durch Peter Vollmer, auch nicht wahrer. Ermässigungen, welche 50 % übersteigen, zu versteuern wäre allemal günstiger gewesen. Die Erhöhung des Gutscheins auf Fr. 100 wird dankbar zur Kenntnis genommen, aber weiterhin die Multitageskarte (6 TK) gefordert, welche man mit dem früheren Gutschein kaufen konnte. Auch sollte die günstige Tram/Bus-Karte – welche vor allem jenen dienen sollte, welche sich ein GA nicht leisten können –  wieder eingeführt werden.

Unser werbeverantwortliche Hans Heule orientierte über die Entwicklung bei der Mitgliederwerbung. Hier sind nach wie vor grosse Anstrengungen nötig. Vor allem die vielen altersbedingten Todesfälle fallen ins Gewicht.

Serge Anet und Ernst Widmer orientierten über die Tätigkeit von VASOS und SSR.

Thérèse Godel orientierte darüber, was in der Frauenkommission passierte und ansteht.

Der nächste Frauen-Bildungstag findet am 25.11.2011 statt.

Willi Fischer, Präsident der Sektion Aargau, gibt seinen Rücktritt bekannt. Ueli Röthenmund wird sein Nachfolger. Auch in der Sektion Basel steht ein Präsiden-tenwechsel bevor. Josef Bühler tritt zurück und beschränkt sich auf die Mitglied-schaft im Zentralausschuss und als Rechtskonsulent des PV. Im Vorstand SEV bleibt er Ersatzmitglied. Sein Nachfolger soll an der Hauptversammlung im Januar 2011 gewählt werden, Kandidat ist Rolf Deller.

Der ZP dankt allen, welche sich um eine Nachfolgeregelung vedient gemacht ha-ben. Die Würdigung der Abtretenden, darunter auch Jean Senn, wird folgen.

Schliesslich wurden noch die Ziele des PV für das Jahr 2011 diskutiert und gut-geheissen.

Damit konnte ZP Ricardo Loretan die rundum gelungene Tagung im Brenscino schliessen.

Walter Saxer

 

 

BRENSCINO  

21./ 22. OKT. 2010

FOTOS: Hans Heule und Hansruedi Schneider

   

 

 

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