PV  ZENTRALVORSTANDS-SITZUNG
22. / 23. Oktober  2009  in Brenscino

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Den PV bewegen nach wie vor der fehlende Teuerungsausgleich und die Sorge um die Pensionskasse SBB.

 

Unter der Leitung von Zentralpräsident (ZP) Ricardo Loretan, trafen sich am Donners-tag/Freitag, 22./23. Oktober 2009, 56 Kolleginnen und Kollegen zur traditionellen Herbsttagung des PV im Hotel Brenscino. Den ersten Teil bestritt Dr. George Spring mit seinem Referat „Denken, Psyche, Kopf & Co.“ Im zweiten Teil standen gewerk-schaftliche Fragen an.

Dr. Spring, von Haus aus Physiker, leuchtete das älter werden in allen seinen Facetten aus und zeigte Mittel und Wege auf, wie der in die Jahre gekommene Mensch sich über seinen Zustand immer noch freuen könne. Er wünschte sich vorab, dass wir das Wort „pensioniert“ nicht mehr gebrauchten. Es sei zu negativ besetzt. Wir seien Priva-tiers. Er sei auch zum Schluss gekommen, dass Alter nicht gleich Alter sei. Die Frage sei, in welchem Alter man sich biologisch befinde, nicht wie alt man an Jahren sei. Hauptfrage sei, wie gut der Herz-Kreislauf funktioniere. Um diesen und das Gehirn in Schwung zu halten, empfahl er körperliche und geistige Bewegung. Bewegung sei Le-ben. Wo Bewegung aufhöre, höre Leben auf. Er stelle immer wieder fest, dass ältere Menschen aus ihrem Leben eine langweilige Suppe machten, weil sie Angst hätten. Sie bauten auf Sicherheit und engten sich damit ein. Man müsse sich im Klaren sein, Si-cherheit gebe es nicht. Mit dem müsse man leben lernen und die vorhanden Potentiale nutzen. Bereit sein zum Lernen, ständig Neues erfahren, bereit sein, Verände-rungen anzunehmen, mit ihnen umzugehen, das sei der Jungbrunnen und na-türlich auch die Qualität des Lebens selbst.

 

Im gewerkschaftlichen Teil blickten die Anwesenden vorab auf die Demo vom 19.9.2009 in Bern zurück. Dabei erntete die Organisation der SEV-Zentrale kaum Lob. Auf Unverständnis gestossen ist die Weigerung von Giorgio Tuti, unseren ZP, als Ver-treter des mitgliederstärksten Unterverbandes, an der Demo sprechen zu lassen. Die Enttäuschung unserer Kollegen und Kolleginnen ist umso verständlicher, als die Akti-ven und die Vertreter des VPT, nota bene Ascoop-Mitglieder, Sprechzeiten erhalten hatten.

Josef Bühler orientiert über den Stand des Gutachtens Handschin, welches überfällig ist. Der aufgrund des Versprechens des Bundesrates zu prüfende privatrechtliche Weg zur Durchsetzung eines Teuerungsausgleichs zeigte sich im Laufe der Arbei-ten nun aber als wenig aussichtsreich. Der Anspruch ist nach wie vor unbestritten. Der Rechtsweg erweist sich aber als schwierig, letztlich wegen der fehlenden Verfassungs-gerichtsbarkeit in der Schweiz. Deshalb wird die Übung abgebrochen, Kosten entste-hen keine. Seit 2004 ist die Teuerung nicht mehr ausgeglichen worden. Die Aussicht, über weitere zehn Jahre darauf zu verzichten, ist nicht haltbar. Viele Pensionierte haben jetzt schon Mühe, die Lebenskosten zu bestreiten. Für den Grossteil der Pensionierten besteht zudem ein verfassungsmässiger Anspruch auf einen Teuerungsausgleich. Dies belegen mehrere Gutachten. Dieser Teuerungsausgleich muss eingefordert wer-den, sobald Bundesrat Merz seinen Pensionierten einen Teuerungsausgleich gewährt. Der SEV ist in der Pflicht, allen Mitgliedern des grössten Unterverbandes gleichermas-sen zu helfen, wie er sich für Aktive und für Ascoop-Versicherte einsetzt. Der Zentral-vorstand des PV wird darauf bestehen.

ZP Ricardo Loretan orientiert über das Lobbying bei den Parlamentariern und die ge-planten Begleitmassnahmen anlässlich der Beratungen der Kommissionen und der Parlamente. Aus der Versammlung werden Befürchtungen geäussert, die Stossrich-tung beim Lobbying sei bisher mehr im Interesse der Ascoop als der PK SBB erfolgt, obwohl es bei der Vorlage ausschliesslich um die PK SBB geht. Der ZV ist klar der Meinung, dass jetzt kein Platz mehr sei für eine Vermischung der beiden Begehren, wenn wir die PK SBB-Vorlage nicht noch zusätzlich gefährden wollen.

Auf Antrag des ZA stimmte der ZV zu, Sergio Beti und Hans Heule als Kandidaten zur Wahl in den SSR (Schweizerischer Senioren Rat) vorzuschlagen.

In Sachen FVP gab es nichts Neues zu berichten, hingegen durfte zur Kenntnis ge-nommen werden, dass der Mitgliederschwund im Gesamt-SEV dank verschiedener Bemühungen etwas verlangsamt werden konnte. Schliesslich berichtete Marie-Thérèse über die Aktivitäten der Frauenkommission und Ernst Widmer von VASOS und SSR.

Walter Saxer

 

 

BRENSCINO  

22./ 23. OKT. 2009

FOTOS: Hans Heule und Josef Bühler

   

 

 

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